Vergiftungen durch Pflanzen

Pflanzen - eine Gefahr für Kinder?

In unseren Breiten sind von der Vielzahl der Pflanzen nur sehr wenige so giftig, dass ihr Verzehr lebensbedrohliche Folgen haben kann. In großen Mengen genossen, können allerdings auch wenig giftige oder gar essbare rohe Pflanzenteile zu Bauchschmerzen, Erbrechen oder Durchfällen führen. Sie können natürlich nicht alle Pflanzen kennen. Aber wissen Sie, welche Pflanzen sich in Ihrem Haushalt befinden, welche Pflanzen in der näheren Umgebung, am Kindergarten oder auf dem Schulweg wachsen?

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So können Sie vorbeugen

  • Lassen Sie sich beim Kauf von Pflanzen den Namen nennen, fragen Sie z.B. einen Gärtner oder schauen Sie in einem Pflanzenbuch oder dem Internet z.B. auf www.botanikus.de nach!
  • Unsere Übersicht hilft Ihnen bei der Einordnung in giftige, gering giftige und ungiftige Pflanzen.
  • Haben Sie eine giftige Pflanze erkannt, entfernen Sie diese möglichst aus ihrem Wohnbereich oder zumindest sicher aus der Reichweite Ihrer Kinder. Zeigen Sie die Pflanze Ihren Kindern und erläutern Sie ihnen die Gefahren. Achtung: Erst ab 4 Jahren können Kinder solche Informationen wirklich verstehen!

Überblick einheimischer Pflanzen

Welche Pflanzen sind ungiftig, gering giftig oder giftig?

Ungifte Pflanzen

  • Früchte: z.B. Berberitze, Blutpflaume, Felsenbirne, Fuchsie, Hartriegel-Arten, Judenkirsche, Kornelkirsche, Mahonie, Mistel, Rotdorn, Weißdorn, Zierapfel, Zierkirsche, Zierquitte
  • Blätter/Blüten z.B. Deutzie, Flieder, Forsythie, Gänseblümchen, Geranie, Grünlilie, Hibiskus, Löwenzahn, Rosen, Stiefmütterchen, Veilchen

Gering giftige Pflanzen

  • Nur nach Einnahme größerer Mengen sind leichte Symptome wie Erbrechen, Bauchschmerzen oder Durchfall zu erwarten.
  • Früchte: z.B. Eberesche/Vogelbeere, Edelwicke, Efeu, Eicheln, Feuerdorn, Geißblatt-Arten/ Heckenkirsche, Kirschlorbeer, Liguster, Rosskastanie, Schneeball-Arten, Schneebeere, Staudenwicke, Stechpalme, Traubenholunder, Zwergmispel

Giftige Pflanzen

  • z.B. Aronstab, Christrose, Efeu, Eibe (Das rote Fruchtfleisch ist ungiftig! Die Nadeln und der zerbissene Same sind giftig. Dass die Samen sehr hart und beim Zerbeißen sehr bitter sind, schützt Kinder in aller Regel vor einer Vergiftung beim Verzehr von Früchten), Fingerhut (besonders Blätter und Samen), Goldregen (besonders Schoten und Samen), Lebensbaum, Maiglöckchen, Nachtschatten, Oleander, Pfaffenhütchen, Rhododendron-Arten, Sadebaum, Wolfsmilch-Arten

Sehr giftige Pflanzen

  • Gartenpflanzen: z.B. Eisenhut-Arten (Aconitum), Engelstrompete (Datura)
  • Meist wild vorkommend: z.B. Schwarzes Bilsenkraut (Hyoscyamus niger), Gefleckter Schierling (Conium maculatum), Herbstzeitlose (Colchicum), Seidelbast-Arten (Daphne), Stechapfel (Datura stramonium), Tollkirsche (Atropa belladonna), Giftiger Wasserschierling (Cicuta virosa), Wunderbaum (Ricinus), Eisenhut-Arten (Aconitum)

Haut- und schleimhautreizende Pflanzen

  • Sie verursachen Brennen, Rötung, Schwellung, Blasenbildung oder Schmerzen auf der Haut. Zu dieser Gruppe gehören Aronstab, Wiesenbärenklau und die Zimmerpflanzen Dieffenbachie, Flamingoblume (Anthurium), Efeutute (Epipremnum), Fensterblatt (Monstera), Philodendron, Zimmerkalla (Zantedeschia).
  • Bei den Zimmerpflanzen wurden die hautreizenden Stoffe häufig weitgehend oder vollständig herausgezüchtet.

Was tun bei einem möglichen Vergiftungsfall mit Pflanzen?

1. Ruhe bewahren!

  • Versuchen Sie mögliche Pflanzenreste zu entfernen. Geben Sie Ihrem Kind ein Glas stilles Wasser, Saft oder Tee zum Nachtrinken.
  • KEIN Erbrechen auslösen! KEIN Salzwasser! KEINE Milch!

2. Versuchen Sie, die Pflanze und die Umstände des Vorfalles zu klären!

  • Um welche Pflanze handelt es sich (hier kann Ihnen ein Gärtner, Apotheker, Botaniker, ein Pflanzenbuch oder das Internet z.B. Botanikus  helfen, wenn Sie es nicht wissen)?
  • Welche Teile der Pflanze wurden gegessen (Inhaltsstoffe, die zu Vergiftungserscheinungen führen können, sind oft nicht in allen Pflanzenteilen in relevanter Konzentration enthalten)?
  • Wurde geschluckt oder nur gekaut und ausgespuckt, wie viel wurde verschluckt?

3. Sie haben eine möglicherweise giftige Pflanze identifiziert, ihr Kind zeigt Symptome oder Sie sind sich einfach unsicher?

  • Rufen Sie Ihren regionalen Giftnotruf an!
  • Schildern Sie WER ? WOVON ? WIEVIEL ? WANN ? gegessen hat oder anderweitig in Kontakt gekommen ist!
  • In den allermeisten Fällen kann das Kind bei Vorfällen im Zusammenhang mit Pflanzen zu Hause bleiben. 
  • Muss das Kind auf den Rat des Giftnotrufs hin zum Arzt oder ins Krankenhaus, nehmen Sie zur Identifizierung der Pflanze möglichst einen ganzen Zweig mit, nicht nur Einzelteile wie Blatt, Blüte oder Frucht!